Früher & heute: Bahnhofstraße
Veröffentlicht am 30.01.2026
Die Bahnhofstraße hat in einigen Segmenten einen enormen Gesichtswandel erfahren. Erst nach 1888 konnte mit dem Anschluss an die Bahnlinie die nach Dinklage führende Straße ihre heutige Bezeichnung erhalten. Noch 1896 gibt es in der örtlichen Presse Beschwerden, dass weder Bürgersteig noch Straßenbeleuchtung vorhanden seien, dafür aber große Pfützen.
Wilhelm Josef Hölzen gründete 1901 einen Schlossereibetrieb, für den er 1903 an der Bahnhofstraße ein Wohn- und Geschäftsaus errichten ließ. Neben den üblichen Tätigkeiten eines Schlossers produzierte er Bohnen- und Kabusschneidemaschinen sowie Geldschränke. Im Jahr 1919 spezialisierte er sich zusammen mit Hermann Trenkamp auf die Herstellung von Getreidereinigungs- und -sortiermaschinen. Gleichzeitig handelte das Unternehmen, welches sich mittlerweile "Orkan-Werke Hölzen und Trenkamp" nannte, mit landwirtschaftlichen Maschinen. Dieses Unternehmen bestand bis zur Auflösung im Jahr 1925. Die Gebäude und Einrichtungen wurden z.T. verkauft. Von 1925 bis 1953 war in diesen Räumlichkeiten die Handelsaufbauschule bzw. die Handelsschule untergebracht. Wilhelm Hölzen führte seine Schlosserei, die er nebenher betrieben hatte, auch nach 1925 zusammen mit seinem Sohn Hermann an der Bahnhofstraße weiter. Heute fertigt die Firma Wilhelm J. Hölzen GmbH vorrangig Fenster und Türen sowie Aluminiumfassaden am neuen Standort am Krimpenforter Berg.
An der Stelle der historischen Produktionsstätte entstanden Wohn- und Geschäftshäuser. Das Gebäude erhielt nach einem Namenswettbewerb in Erinnerung an die Vergangenheit der Örtlichkeit die
Bezeichnung Quartier "Alte Schlosserei".
Text: Benno Dräger
Historisches Foto: Stadtmedienarchiv im Heimatverein Lohne e.V.
Aktuelles Foto: Bernard Warnking
































