Früher & Heute: Pionier an der Brinkstraße
Veröffentlicht am 27.03.2026
Das historische Foto stammt aus der Fotosammlung der Familie Willenbrink und ist ca. 1920 entstanden. Für viele Lohner war das Geschäftshaus ausschließlich unter dem Namen Pionier bekannt. Der Name wurde für den Betreiber der Eisenwarenhandlung Brinkstraße 19, Clemens Franz, (1887-1958) verwendet, nicht, wie vielfach gemutmaßt wurde, wegen der Erstellung der findigen Produkte und Erzeugnisse aus der eigenen Schmiede, sondern weil er im Ersten Weltkrieg als Pionier teilnahm. Der Name ging dann auf seinen Sohn Clemens (1928-2015) über.
Für alles, was mit Schrauben, Nägeln, Möbelbeschlägen und ähnlichem zu tun hatte, gab es bei Pionier die Parole: "Gibts nicht, gibt es nicht!" Und jedes Stück konnte auch als Einzelexemplar erworben werden. Aber auch Ofenrohre, Futtertränken, Viehwaagen, Schirmglucken, Heizlüfter oder Ersatzschlüssel und alles, was im Bereich des Klempnerberufs erforderlich war, hatte die Eisenwarenhandlung vorrätig. Die traufenständige Fassade des Gebäudes war stuckverziert und eine. kunstvoll geschnitzte Tür gaben dem Gebäude ein solides Gesicht eines gutbürgerlichen Geschäftshauses. Das Scheppern einer Ladenglocke kündigte den Kunden an, kunstvolle Fliesen schmückten den Tresenraum mit den Waren des Gebrauchs für Handwerker. Wenigen Lohnern wird bekannt sein, dass im Haus Willenbrink von 1870-1880 die Schulräume der Schwestern Unserer Lieben Frau untergebracht waren.
Heute steht auf dem Grundstück des ehemaligen Wohn- und Geschäftshauses der Familie Clemens Willenbrink ein moderner Gebäudekomplex.
Text: Benno Dräger
Historisches Foto: Stadtmedienarchiv im Heimatverein Lohne e.V.
Aktuelles Foto: Bernard Warnking































